Die TOP 10 Fehlerquellen beim Schreiben in Word & Co.

Der erste Eindruck zählt – insbesondere bei Online Inhalten, denn hier ist der Wettbewerber nur einen Klick entfernt. Neben einem ansprechenden Design müssen vor allem die Texte eine hohe Qualität aufweisen, damit der Besucher nicht gleich wieder geht. Doch woran misst der Besucher die Güte der Texte, woher weiß er, ob es sich lohnt, sie zu lesen? Noch bevor er am Ende des ersten Abschnitts angekommen ist, kann er einschätzen, was von dem Text qualitativ und inhaltlich zu halten ist. Neben dem eigentlichen Inhalt spielt dabei die Rechtschreibung und Grammatik die größte Rolle. Die Informationen im Artikel können noch so gut sein, wenn der Leser ständig über fehlende Kommata oder falsch geschriebene Worte stolpert, löst sich sein Vertrauen in den Autor in Luft auf und er sucht sich eine andere Website. Eine perfekte Rechtschreibung und Grammatik ist also Pflicht. Doch wer jetzt die Lösung aller Probleme in der Textprüfung von Word sieht, sollte folgenden Satz einmal in seinem Rechtschreibprogramm kontrollieren lassen:

Wen ich heute kein Sparerips bekomm werde ich mich auf Regen.

Merkwürdigerweise scheint sich Word an keinem der Worte zu stören – für den Leser ist es dagegen ein Graus. Dabei kommen in diesem Satz nicht einmal alle Schwachstellen vor, bei denen Rechtschreibprogramme an ihre Grenzen kommen:

 

1. Das und dass – Problematisch wird es für Korrekturprogramme immer dann, wenn es beide Varianten eines Wortes tatsächlich gibt. Dass und das, sowie wen und wenn, sind nur einige von vielen Beispielen dafür. Um die genaue grammatikalische Bedeutung des Wortes zu erfassen, bedarf es eine semantischen Verständnisses - und dieses kann ein Computerprogramm nicht abbilden.

2. Nomen vs. Verben/Adjektive – Nomen werden groß geschrieben, so lernte man es in der Schule, allzu oft meint der flüchtige Schreiber es jedoch zu gut und schreibt Worte, die in einem Satz eigentlich als Adjektiv oder Verb fungieren, groß. In vielen Fällen erkennt Word diese semantische Fehlleistung nicht.

3. Zeichensetzung – Obwohl die Kommasetzung bereits in die Textüberprüfung mit einfließt, zeigt das obige Beispiel, dass diese nicht immer optimal funktioniert.

4. Namen – Oft erkennt Word auch Namen nicht als solche und markiert sie als falsch. Wie bei ausländischen Wörtern gibt es hier die Gefahr, falsche Schreibweisen zu übersehen.

5. Fremdworte – Normalerweise erkennt ein Korrekturprogramm immer nur eine Sprache auf einmal. Daher werden englische, italienische oder anderssprachige Wörter oft als Fehler markiert. Beim flüchtigen Lesen registriert der Autor dann, dass Word das Wort einfach nur nicht kennt, kontrolliert aber nicht, ob er sich in dem fremdsprachigen Wort vielleicht verschrieben hat. Mehr dazu in unserem Beitrag zu Anglizismen.

6. Getrennt und Zusammenschreibung – auch hier wird durch Word nicht zuverlässig korrigiert, welche Worte tatsächlich zusammen gehören oder zusammengehören.

7. Kongruenz und Auslassen von Worten – die grammatikalisch falsche Reihung von Worten im Satz oder das Auslassen von z.B. Verben wird häufig nicht zuverlässig erkannt und erfordert ein sehr gutes Sprachgefühl, besonders in der komplexen grammatikalischen Welt der deutschen Sprache.

8. Doppelte oder fehlende Leerzeichen – Wie an dem Beispiel oben sehr gut zu sehen ist, fallen doppelte Leerzeichen bei der Textprüfung von Word gar nicht auf. Der Leser bemerkt dies aber sehr wohl und nimmt an, dass der Autor seinen Text hinterher gar nicht korrigiert hat. Noch deutlicher erkennbar sind, zumindest für das menschliche Auge, fehlende Leerzeichen. Für Word ist dies aber nicht immer ein erkennbarer Fehler.

9. Länge der Striche – Ein Strich waagerechter Strich innerhalb eines Satzes muss nicht zwangsläufig ein Bindestrich sein. Er kann genau so gut auch ein Gedankenstrich sein. Hierbei ist die Länge entscheidend, und oft kommt es vor, dass Textprogramme diese selbst bestimmen, obwohl der Autor dies gar nicht möchte.

10. seid vs. seit – Da auch hier wieder beide Schreibweisen - je nach Kontext - existieren können, aber immer nur eine richtig ist und diese oft von Korrekturprogrammen nicht richtig erkannt wird: besser selbst wissen wie es geht.

 

Die Rechtschreibüberprüfung von Textprogrammen vermag durchaus grobe Rechtschreibfehler zu finden und darauf hinzuweisen. Wer jedoch einen einwandfreien, hochwertigen Text erstellen möchte (z.B. für Unternehmensmitteilungen oder Bewerbungen und Hausarbeiten) – sollte die manuelle (Nach-)Korrektur unbedingt selbst vornehmen.

Um hierfür fit zu werden und die üblichen Fettnäpfchen der deutschen Rechtschreibung und Grammatik zu vermeiden, haben wir einen Ratgeber zum Thema mit vielen Beispielen und kurzen Übungen zusammengestellt.